Bei den Familien im Projektgebiet, die einen energieeffizienten Ofen bekommen haben, sieht das ganz anders aus. So ein Ofen wirkt unscheinbar, ist aber gut durchdacht und besteht aus einer Rauchabzugs- und Brennkammer, die mit Lehm verputzt werden, einem stabilen Topfaufsatz, einem Gitter und, ganz wichtig, einem Ofenrohr. Für die Familien ändert der Ofen viel. „Er spart mindestens 70 Prozent Feuerholz und erreicht rasch hohe Temperaturen“, erklärt Asiq Mahmud. „Die Kochzeiten sinken, Küchen bleiben sauber, ohne Ruß.“ Besonders für Frauen ist das eine Entlastung, weil sie für das Kochen und Brennmaterial Beschaffen verantwortlich sind. Jetzt genügen oft kleine Mengen an Holz, Kuhdung oder sogar kleine Zweige. Das spart Wege, Zeit und Geld. Mit weniger Rauch nehmen Husten, Atemwegsinfekte und brennende Augen ab. Ein leiser, aber spürbarer Gesundheitsgewinn.
Der Beitrag zur Senkung der CO₂-Emissionen wirkt im Weltmaßstab klein. Doch die Familien sind stolz, Teil der Lösung zu sein. Wer weniger für Holz ausgibt, kann außerdem Saatgut kaufen, Schulsachen bezahlen oder eine Henne für den Start einer Hühnerzucht anschaffen. Auch so kann ein Weg aus der Armut beginnen. Schritt für Schritt, Mahlzeit für Mahlzeit, Tag für Tag.
Hilfe, die nachhaltig wirkt!
Unsere energieeffizienten Kochöfen sind Teil eines umfassenden Umwelt- und Klimaschutzansatzes. Bangladesch liegt nur knapp über dem Meeresspiegel und leidet unter Überschwemmungen, Flusserosion, versalzenen Böden, Dürre und manchmal auch unter heftigen Zyklonen. Viele mittellose Familien leben an Flussufern. Bei Überschwemmungen brechen Ufer ab und Hütten werden fortgerissen. Wir leisten direkte Hilfe und stärken die Anpassung der Menschen. Schulungen und Starthilfen schaffen und sichern Existenzen, kleine Solarmodule bringen Licht für zwei bis drei Lampen, Kinder können so auch abends lernen. Biologischer Anbau, Kompost, traditionelle Sorten und Saatgutbanken sichern zudem die Ernährung der Familien.