Ein Ofen, der ärmsten Familien ein besseres Leben schenkt

 
 

Die Armut in Bangladesch geht zurück. Das ist ein wichtiger Entwicklungserfolg! Doch noch immer leben über 10 Millionen Menschen in extremer Armut und sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Viele Familien kochen an offenen Feuerstellen. Das belastet Gesundheit und Umwelt. Und das Holz muss teuer gekauft werden. Mit unseren Partnern vor Ort setzen wir auf einfache Technik, die sofort hilft: energieeffiziente Öfen. Erfahren Sie in diesem Rundbrief, wie unsere Hilfe direkt wirkt und warum jeder Beitrag zählt.

 

Wo 20 Reiskörner wertvoll sind

Mangelernährung, Ernährungssicherung, Nahrungszubereitung, gesunde Ernährung … Wenn ich Schlagwörter wie diese höre, muss ich immer an eine Begegnung im letzten Jahr zurückdenken. Wir waren in der Millionenmetropole Khulna, eine der fünf größten Städte Bangladeschs. „Hier gibt es über 1.100 Slumgebiete! Manche davon sind riesig, die meisten eher klein“, erzählte Asiq Mahmud, stellvertretender Geschäftsführer unserer Partnerorganisation ADAMS.

Gerade waren wir in dem Slum Rupsha und warteten auf einen Transporter, der uns abholen sollte. Dabei beobachteten wir eine Imbiss-Rikscha. Der Betreiber bot verschiedene Reis- und Gemüsesnacks an und war gerade dabei, seinen Standort zu wechseln. Schnell spülte er die kleinen Schüsseln mit Wasser aus und kippte das Abwaschwasser in den völlig vermüllten und verdreckten Straßengraben. 20 bis 30 Reiskörner lagen jetzt da im Schmutz. Sofort eilte ein Mann herbei, sammelt die einzelnen Körner auf, als wären sie von unschätzbarem Wert, und steckt sie sich hastig in den Mund: ein stilles Bild der Armut, das mehr sagt als tausend Statistiken.

 

Hohe Preise, leere Teller

Bangladesch steht trotz Fortschritten in der Nahrungsmittelproduktion vor großen Herausforderungen. 10,4 % der Menschen gelten als unterernährt, rund 16 Millionen sind von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffen. Hohe Preise, politische Instabilität und Klimafolgen beeinträchtigen die Ernährungssicherung und erschweren eine gesunde Ernährung.

 

Kleine Öfen, große Wirkung

Ich bin in Batiaghata im Südwesten von Bangladesch zu Besuch in einem ehemaligen Projektgebiet der Lichtbrücke. Hier wurden bis vor kurzem Familien, die in Armut lebten, mit verschiedenen Hilfsmaßnahmen unterstützt. Mit Starthilfen konnten zum Beispiel kleine Lädchen aufgebaut, eine Ziegenzucht gestartet oder ein Feld gepachtet werden, die Einkommen schaffen und eine deutlich verbesserte Ernährung ermöglichen. Was mich allerdings besonders interessiert, sind die energieeffizienten Öfen. Heute sehe ich zum ersten Mal, wie sie den Alltag erleichtern.

Bevor wir bei den Familien ankommen, laufen wir erst durch ein Nachbardorf. „Wir wollen dir zeigen, wie alles vor Projektbeginn war“, erklärt Asiq Mahmud. „So wie hier sah es auch bei den Familien im Projekt aus.“ Viele Häuser sind aus Bambus, Lehm und Wellblech gebaut. Vor Regen und Wind bieten sie kaum Schutz. Die Küchen sind dunkle verrußte Winkel. Gekocht wird auf offenem Feuer. Das Essen ist einfach, meist etwas Reis und etwas Soße. Gemüse fehlt, weil das Geld dafür nicht reicht. Der Rauch staut sich in den kleinen Küchenverschlägen und brennt in den Augen. Immer wieder höre ich Mütter und Kinder husten.

Bei den Familien im Projektgebiet, die einen energieeffizienten Ofen bekommen haben, sieht das ganz anders aus. So ein Ofen wirkt unscheinbar, ist aber gut durchdacht und besteht aus einer Rauchabzugs- und Brennkammer, die mit Lehm verputzt werden, einem stabilen Topfaufsatz, einem Gitter und, ganz wichtig, einem Ofenrohr. Für die Familien ändert der Ofen viel. „Er spart mindestens 70 Prozent Feuerholz und erreicht rasch hohe Temperaturen“, erklärt Asiq Mahmud. „Die Kochzeiten sinken, Küchen bleiben sauber, ohne Ruß.“ Besonders für Frauen ist das eine Entlastung, weil sie für das Kochen und Brennmaterial Beschaffen verantwortlich sind. Jetzt genügen oft kleine Mengen an Holz, Kuhdung oder sogar kleine Zweige. Das spart Wege, Zeit und Geld. Mit weniger Rauch nehmen Husten, Atemwegsinfekte und brennende Augen ab. Ein leiser, aber spürbarer Gesundheitsgewinn.

Der Beitrag zur Senkung der CO₂-Emissionen wirkt im Weltmaßstab klein. Doch die Familien sind stolz, Teil der Lösung zu sein. Wer weniger für Holz ausgibt, kann außerdem Saatgut kaufen, Schulsachen bezahlen oder eine Henne für den Start einer Hühnerzucht anschaffen. Auch so kann ein Weg aus der Armut beginnen. Schritt für Schritt, Mahlzeit für Mahlzeit, Tag für Tag.

 

„Es gibt Menschen auf der Welt, die so hungrig sind, dass Gott ihnen nur in Form von Brot erscheinen kann.“ (Mahatma Gandhi)

 

Hilfe, die nachhaltig wirkt!

Unsere energieeffizienten Kochöfen sind Teil eines umfassenden Umwelt- und Klimaschutzansatzes. Bangladesch liegt nur knapp über dem Meeresspiegel und leidet unter Überschwemmungen, Flusserosion, versalzenen Böden, Dürre und manchmal auch unter heftigen Zyklonen. Viele mittellose Familien leben an Flussufern. Bei Überschwemmungen brechen Ufer ab und Hütten werden fortgerissen. Wir leisten direkte Hilfe und stärken die Anpassung der Menschen. Schulungen und Starthilfen schaffen und sichern Existenzen, kleine Solarmodule bringen Licht für zwei bis drei Lampen, Kinder können so auch abends lernen. Biologischer Anbau, Kompost, traditionelle Sorten und Saatgutbanken sichern zudem die Ernährung der Familien.

Gesundes Essen auch für ärmste Familien – Spenden machen es möglich!

In Bangladesch kochen viele immer noch traditionell auf offenen Feuerstellen. Ein energieeffizienter Ofen verändert das Leben ärmster Familien grundlegend: Er schützt die Gesundheit, schont das Klima und spart wertvolle Zeit sowie Geld.

  • Ein energieeffizienter Ofen 10,- Euro
  • Eine Starthilfe für eine Einkommen schaffende Maßnahme 150,- Euro

Herzlichen Dank an alle, die uns mit einer Spende oder ihrem freiwilligen Einsatz unterstützten!