Die Brückenbauer

 

Das Leben und Werk von Mathilde von Lüninck-Knipp und Friedel Knipp

 
 

Sie haben ihr Leben einem Ziel gewidmet: Sie wollten die Welt zu einem besseren Ort machen. Menschenwürde dorthin bringen, wo Entrechtung vorherrschte. Lebenschancen geben, wo Hunger und Ausweglosigkeit das Dasein prägte. Mathilde von Lüninck-Knipp und Friedel Knipp, Gründer der Lichtbrücke, sind jetzt in meinem Buch gewürdigt worden, das den Titel „Die Brückenbauer“ trägt. Denn sie haben eine Brücke vom Aggertal ins ferne Bangladesch geschlagen, sie mit vielen Hilfsprojekten gestaltet und über die Jahrzehnte immer weiter ausgebaut. Das Buch soll dazu beitragen, dass die Gründer dieses großartigen Werkes in unserer Erinnerung erhalten bleiben.

Das großartige Werk von Mathilde von Lüninck-Knipp und Friedel Knipp hätte sich allerdings ohne die vielen hundert Helfer nicht entfalten können. Daher kommen zahlreiche Weggefährten, Mitarbeiter und Sprecher der externen Gruppen zu Wort. Sie erzählen von ihrem Engagement und ihren Erlebnissen mit den beiden Gründern.

280 Fotos aus über 80 Jahren beleben die Schilderungen, die den Werdegang der beiden von ihrer Kindheit und Jugend bis ins frühe Erwachsenenalter beschreibt, der auch durch Kriegs- und Nachkriegszeit geprägt war. In den 1950er Jahren wird die außergewöhnliche Weltreise der jungen Mathilde von Lüninck geschildert, bei der sie unter anderem das Elend in Indien hautnah erlebt. Natürlich wird die berühmte „Knipp-Familie“ gewürdigt! Helma und Friedel Knipp und ihre sechs Töchter füllen in den 1960er und 1970er Jahren als Musikerfamilie die Säle.

Ihr Leben und Wirken spiegelt auch ein Stück Zeitgeschichte der Gemeinde wider, zumal das Werk von hunderten von Helfern mitgetragen wurde: Die Lichtbrücke war fester Bestandteil im Leben unzähliger Familien aus der ganzen Region.

1973 ist das Startjahr des ersten großen Basars für Bangladesch. 1983 erfolgt der Schritt in die Unabhängigkeit durch Gründung des Vereins „Lichtbrücke“. 1984 heiratet Mathilde von Lüninck den Witwer Friedel Knipp.

Das Buch können Sie hier direkt bei der Autorin Gabriele Krüper bestellen.

Die Rechnung wird der Postsendung beigelegt.
 

1986 unternehmen sie ihre erste Reise nach Bangladesch – dies jährlich bis 2011. Für die Schar der Helfer, die sich inzwischen auch bis Münster-Handorf, Holweide, Adenau und Nümbrecht ausgedehnt hat, war dies ein Garant, dass die Spenden auch an den richtigen Stellen ankamen.

Aber den beiden ging es nicht nur um Kontrolle, sondern auch um Zusammenarbeit – man fühlte sich als Partner der Menschen in Bangladesch.

Die Zahl der Helfer und Mitarbeiter wuchs über die Jahre, ebenfalls die Zahl der Projekte und die Höhe der Spenden. Die Transfer-Leistungen gingen zu D-Mark- wie zu Euro-Zeiten oft weit über eine Million pro Jahr hinaus.

Ich selbst unternahm im Jahr 2000 eine Reise nach Bangladesch, erlebte die Wirksamkeit der Hilfe hautnah, konnte später als Reporterin überzeugend darüber berichten und wirkte über viele Jahre auch als Helferin bei den Basaren mit.

Die Projekte änderten sich mit den Jahren: Man könnte es als einen Weg von der Symptom- hin zu Ursachenbekämpfung bezeichnen. Zum Beispiel von der Blindenheilung zur Organisation von Ernährungsprogrammen, die die Erblindung infolge von Mangelernährung verhindern halfen. Oder: Wie konnte das unvermeidliche Schicksal junger Armer zu einem elenden Leben als Tagelöhner aufgebrochen werden? Die Lösung war der Aufbau von Vorschulen und später von Zentren für Berufsausbildung. Heute wird mit Installation von Solarpaneels und energieeffizienter Öfen sowie Anpflanzung von Bäumen dem Umweltschutz Rechnung getragen – immer in Kombination mit einer Einkommensmöglichkeit für die Armen.

Mathilde von Lüninck-Knipp, geboren am 25. Oktober 1930, starb am 04. März 2025. Friedel Knipp wurde am 03. März 1927 geboren und starb am 12. Oktober 2020.

Die beiden haben in Rundbriefen, Kalendern und auf Vorträgen zahllose Botschaften hinterlassen, die ihr von tiefer christlicher Nächstenliebe geprägtes Weltbild, ihr Sinn für Gerechtigkeit und ihre Überzeugung, dass wir alle Verantwortung tragen für den Zustand dieser Welt, zum Ausdruck bringen. In dem Buch sind etliche dieser zeitlos gültigen Visionen und Botschaften zu lesen.

Nun ist die Ära „Mathilde und Friedel“ zu Ende gegangen. Den Nachfolgern obliegt es, das Werk in die neue Zeit zu transportieren und eine neue Generation für die Lichtbrücke zu begeistern.

Gabriele Krüper