Berufliche Ausbildung

Eine Chance für Jugendliche aus armen Familien

Viele Jugendliche in Bangladesch leben in Armut und Elend - ohne Hoffnung, ohne Perspektive. Ihr einziger Ausweg: eine Berufsausbildung.

In Bangladesch ist nicht die Frage: „Was kann ich werden?“, sondern die Frage ist: „Kann ich überhaupt etwas werden?“ Die staatlichen Ausbildungsstätten in Bangladesch sind hoffnungslos überfüllt, und die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Drei Jahre einen Jugendlichen zu ernähren, der kein Einkommen schafft, können sich arme Familien nicht leisten. Das Einkommen reicht gerade zum täglichen Überleben.

In der Schneiderei unterrichten die Ausbilderinnen das Zuschneiden und Nähen und vermitteln zudem Grundkenntnisse in Stoffdruck, Batik und Sticken.

Zukunft durch Berufsausbildung

Seit vielen Jahren setzt sich die Lichtbrücke gemeinsam mit ihren bengalischen Partnerorganisationen für Jugendliche aus ärmsten Familien ein. In sechs großen Berufsausbildungszentren können Jugendliche einen Beruf als Mechaniker, Elektriker, Elektroniker, Schreiner, Schweißer oder Schneider erlernen. Seit kurzem gibt es auch Kurse für Computeranwendungen. Ca. 1.370 Jugendliche erhalten so jedes Jahr eine 6- bis 12-monatige praktisch orientierte Ausbildung. Hinter dieser Zahl steht eine lange Entwicklung und eine gute Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie vielen starken Partnergruppen in Deutschland.

Weitere Bilder von der beruflichen Ausbildung

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Ausbildung schafft Perspektiven

Mit dieser Ausbildung haben die jungen Menschen eine Chance, berufstätig zu werden und Geld zu verdienen. So können sie sich und ihren Familien eine bessere Zukunft aufbauen. „Diese Ausbildung ist der richtige Weg“, sagt auch Professor Abul Barkat, „keine Flut, kein Wirbelsturm kann diese Investition zerstören.“ Er weiß, wovon er spricht. Abul Barkat ist ein renommierter Professor der Ökonomie, ehrenamtlicher Berater und Vertrauensperson der Lichtbrücke in Bangladesch. „Jeder ausgebildete Jugendliche ist eine zusätzliche Stütze in unserer Wirtschaft.“ Professor Barkat ist seit vielen Jahren vom Erfolg der Ausbildungsprogramme überzeugt.

An verschiedenen Modellen lernen die zukünftigen Elektroniker, wie die Geräte aufgebaut sind und funktionieren.

Weitere Hilfe wird benötigt

Wir suchen weitere engagierte freiwillige Helfer, Spender und Unternehmen, die die Ausbildung ärmster Jugendlicher mit unterstützen. Die Berufsausbildungszentren müssen dringend modernisiert werden, aber uns fehlen die Mittel. Das Ausbildungsprogramm ist eine Erfolgsgeschichte! Es ist bedarfsorientiert und sehr effektiv. Und es hat nicht nur positive Effekte für die Jugendlichen und ihre Familien, sondern auch für die ganze Region.

Auch in Bangladesch macht der Fortschritt nicht halt. Für die Schneiderkurse werden neue elektrische Nähmaschinen dringend benötigt.

Janota hat es geschafft!

Janota lebt mit ihren beiden Schwestern und ihren Eltern in Damikhetra. In der Vergangenheit hatte es die Familie sehr schwer. Die Eltern arbeiteten als Tagelöhner, ihr Einkommen war immer unsicher. Bis zur Klasse vier konnte Janota die Schule besuchen, dann sagten ihre Eltern, sie müsse Geld verdienen und zum Lebensunterhalt beitragen. Zwei Jahre später erzählte ihr eine Nachbarin vom Berufsausbildungszentrum, und sie war gleich begeistert von der Idee, einen Schneiderkurs zu besuchen. Janota war 15, als sie mit dem Kurs begann. Ganz selbstbewusst durchlief sie den Kurs und schloss die Ausbildung erfolgreich ab. Mit geliehenem Geld von Freunden und Verwandten kaufte sie sich eine Nähmaschine und baute sich in ihrem Dorf eine kleine Existenz auf. „Das klappte sehr gut, bald schon hatte ich eine Menge Kunden und verdiente mein erstes Geld. Ich sparte und konnte mir nach zwei Jahren eine zweite Maschine kaufen. Nun zeige ich meiner Schwester, wie es geht. Wir verdienen heute 3.000 bis 5.000 Taka im Monat (ca. 30,- bis 50,- Euro). Es geht uns nun sehr viel besser.“

Die Kurse für Basiscomputeranwendungen sind sehr beliebt. Nach der Ausbildung möchten viele Jugendliche einen E-Mail-Versandservice aufbauen.

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