Eine Stimme für die Slumbewohner

 
 

Unsere Partnerorganisation ADAMS arbeitet in vielen Slumbezirken von Khulna, der drittgrößten Stadt Bangladeschs. Das Leben der Slumbewohner ist von Entbehrungen geprägt. Die Menschen leben hier in einfachen Hütten aus Wellblech, für die sie sogar Miete bezahlen müssen. Die Einrichtung besteht häufig nur aus einem großen Bett, Stricken zum Aufhängen der Kleidung und einer kleinen Kochstelle. Selbst für die jungen Menschen, die einen Schul- oder sogar einen Studienabschluss haben, gibt es kaum Möglichkeiten, diesem harten Leben zu entfliehen.

Aufgrund ihrer schwierigen Lebensumstände haben sie viele Wünsche und Bedürfnisse, konnten sich aber bislang kein Gehör verschaffen. Erst die Komitees ermöglichen ihnen die aktive Vertretung ihrer Interessen.

ADAMS unterhält neben dem beruflichen Ausbildungszentrum auch 35 Vorschulen sowie große Kleinkreditprogramme. Die Beziehungen zu den Slumbewohnern sind ebenso gut wie die zur Stadtverwaltung. Auf dieser Grundlage konnte ADAMS in einem neuen Projekt 24 Slumkomitees aufbauen, in denen sich die Bewohner selbst organisieren.

In regelmäßigen Zusammenkünften tauschen sich die Teilnehmer*innen aus und diskutieren über ihre Anliegen. Alle Komitees haben zwei Vertreter*innen gewählt, die einem übergeordneten „Zentralkomitee“ angehören. Hier werden die Forderungen aller Komitees zusammengetragen, um die wichtigsten davon an die Stadtverwaltung zu richten und ihr gegenüber auch durchzusetzen.

Darüber hinaus erhalten 480 Frauen aus den Komitees konkrete Unterstützung zum Aufbau einer wirtschaftlichen Tätigkeit. Insgesamt erreicht das Projekt 75.000 Slumbewohner, unter anderem auch durch Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und gesundheitlichen Aufklärung.

Wir hoffen, dass wir bald über konkrete Verbesserungen der Lebenssituation der Slumbewohner berichten können, die diese sich selbst erkämpft haben.

Holger Trechow
 

Hilfe zur Selbsthilfe - ein starkes Wekzeug!

In mehreren Lichtbrücke-Projekten sind Selbsthilfegruppen ein festes Standbein der Armutsbekämpfung. Diese Gruppen helfen ihren Mitgliedern auf verschiedene Weise, denn Gemeinschaft stärkt und schützt.

Angefangen hat dieser Ansatz mit Kleinkreditgruppen. Über diese Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung von Familien hinaus, wird der Aufbau von Strukturen insgesamt immer wichtiger, um nachhaltig etwas an lokalen Missständen ändern zu können. Dafür schließen sich die Gruppen zu Verbänden zusammen, ganz nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark!“ Das sind beispielsweise Frauen- und Kleinbauernverbände, Mädchengruppen oder Komitees für Bewohner in Slumgebieten.

Um sich engagieren zu können, erhalten die Verbandsmitglieder eine Reihe von inhaltlich abgestimmten Schulungen. Dies trägt mit dazu bei, dass die Projektaktivitäten nach Projektende von den Menschen vor Ort eigenständig und nachhaltig fortgesetzt werden.

Annette Drost