Vor Ort in Bangladesh
zu Anfang dieses Jahres waren wir insgesamt vier Wochen in Bangladesh und haben alle unsere 30 Projekte besucht. Es ist immer wieder erschütternd, wie arm die Menschen in einem Land wie Bangladesh sind. Der Reispreis hat sich in den letzten Monaten verdoppelt. Die Eltern wissen einfach nicht, wie sie es schaffen sollen. Viele erzählen uns, dass sie ihre schwächsten Kinder nach den beiden letzten Katastrophen verloren haben.
Zerstörte Hoffnung - Spuren der Verwüstung

An der Seite der Armen: Friedel Knipp unterwegs in Bangladesh.
Schon auf der Fahrt von Khulna nach Mollahat sehen wir die Spuren der Verwüstung durch den Zyklon im November 2007: zerstörte Hütten, entwurzelte Bäume, zerstörte Bambus- und Bananenhaine. Nachmittags, bei der Fahrt in die Dörfer verdichtet sich der Eindruck der Verwüstung. Noch immer tief geschockt berichten Frauen unserer Kreditgruppen von ihren Erlebnissen. „Abends gegen 19.00 Uhr brach der Sturm ein“, erzählt Astma, die vor den Trümmern ihrer Hütte steht. „Der Sturm fegte mit ungeheurer Kraft und lautem Donner über unsere Hütten, riss die Dächer fort, Wände stürzten ein. Ich wollte mich mit meinen Kindern retten. Aber überall lagen Bäume und Äste. Der Sturm knickte Bäume wie Streichhölzer. Wir hatten wahnsinnige Angst. Wo sollten wir hin gehen?“
Besuch im Augenhospital in Sirajganj
„Licht für Bangladesh“ hieß vor 30 Jahren das Motto auf dem Weihnachtsbasar in Engelskirchen. Inzwischen ist aus dem kleinen Augenhospital mit 20 Betten ein 100-Betten Hospital geworden. Im Jahr 2007 wurden allein in Sirajganj über 14.000 Blinde operiert. Eine Pädiatrie für die Heilung von Kinder-Blindheit wurde eröffnet und das nächste Stockwerk ist im Aufbau. Das Hospital steht auf eigenen Füßen. Die Lichtbrücke finanziert weiterhin die mobilen Augenbehandlungslager.
Kampf dem Arsentod
Wasserfilter für 72.000 Familien

Sie danken für den lebensrettenden Arsenfilter, aber viele warten noch.
Immer wieder beeindruckend ist auch der Einsatz von Dr. Munir in Kushtia. Wir besuchen Arsenpatienten in den Dörfern. Arsenvergiftung ist eine schreckliche Krankheit. Aussatzartige Geschwüre am ganzen Körper führen zu einem qualvollen Tod. Mit Hilfe von Sono-Wasserfiltern kann das Trinkwasser von Arsen gereinigt werden. Bei rechtzeitiger Behandlung kann das Leben der Patienten gerettet werden. In den Dörfern treffen wir Hunderte von armen Familien. Sie danken für die Hilfe aus Deutschland. Aber viele warten noch.
Besuch in Satkhira
Zukunft durch berufliche Ausbildung

Ärmste Familien danken für die Soforthilfe der Lichtbrücke.
Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, am Unterricht in der Thomas-Abendschule in Satkhira teilzunehmen. Wir sind beeindruckt mit welchem Eifer die Kinderarbeiter bei der Sache sind. Sie wissen, was sie wollen und warum Lernen für sie wichtig ist. Und wenn wir dann die jungen Leute in der Berufsschule von Satkhira erleben, dann wissen wir, der Erlös vom Weihnachtsbasar in Engelskirchen sichert Hunderten von jungen Menschen eine Zukunft durch Grundbildung und handwerkliche Ausbildung. In diesem Jahr konnten wir in Khulna und Khagrachari zwei neue Berufsschulen eröffnen. Wir fördern damit jährlich die berufliche Ausbildung von über 1000 mittellosen Jugendlichen.
Kleinkredite für produktive Arbeit
Eine Projektreise ist ein Non-Stop-Programm. Wir besuchen in den entlegensten Dörfern und in den Elendsvierteln Tausende von Frauen in Selbsthilfegruppen. Kleinkredite ermöglichen produktive Arbeit. Was gibt es Schöneres als Menschen ohne Chancen den Start in ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen?
Viele warten noch auf Hilfe
Unsere Projekte sind für Hunderttausende Menschen in Bangladesh Inseln der Hoffnung geworden. Gerade die Kreditprogramme und die berufliche Ausbildung geben den Menschen eine Zukunft und ihre Menschenwürde. Ihre Hilfe macht es möglich. Durch Ihr Engagement und Ihre Unterstützung haben schon Hunderttausende von Menschen in Bangladesh überleben können.
Soforthilfe
für 97.000 Menschen
In dieser Notlage hat ADAMS mit Unterstützung der Lichtbrücke Soforthilfe geleistet und Reis, Linsen und Decken an die am härtesten betroffenen Familien verteilt. Zunächst war es schwierig, in die Sturmgebiete zu kommen. Die ADAMS Berufsschule in Mollahat diente als Zentrum für die Soforthilfe. Durch Ihre Hilfe konnte die Lichtbrücke nach den Katastrophen 97.000 Menschen in größter Not zur Seite stehen. Die Frauen in den Kreditgruppen danken für Ihre Hilfe. Inzwischen hat der Wiederaufbau begonnen.
ADAMS
ADAMS =
Association for Development Activity of Manifold Social Work (Vereinigung f. Entwicklung und Sozialarbeit)
Massenvergiftung
Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) spricht von der schwersten Massenvergiftung der Menschheit. 51 Mio. Bengalen verwenden täglich arsenverseuchtes Wasser.
Filtertechnik

Übereinander gestellte mit Eisenspänen, Kohle und Sand gefüllte Behälter filtern je nach Größe 10 l Wasser u. mehr pro Std. Das Arsen verbindet sich unlösbar mit dem Filtereinsatz. Die Filter werden in Haushalten und Schulen aufgestellt.