Globaler Grainger Preis
für Sono-Wasserfilter
Eine große Überraschung

30.000 Filter bislang verteilt
Vertreter der Lichtbrücke besuchten auch in diesem Jahr die Projekte in Bangladesh. Während des Besuches erhielten die Partner von MSUK den 1. globalen Grainger Preis für Arsenfilter in den USA. Dr. Munir und Prof. Barkat, die wesentlich an der Entwicklung der Filter beteiligt waren, sind überglücklich. Wir besuchten sie in Kushtia. Beramara/Kushtia:
Rund 70 Frauen verschiedener Selbsthilfegruppen haben sich versammelt. Die MSUK-Kulturgruppe trägt Lieder vor und vermittelt Grundkenntnisse über Arsenvergiftung, Sono- Filter und *richtige Ernährung. Väter, Mütter und Kinder hören aufmerksam zu. Wir werden überrascht. Das Fernsehen ist anwesend und führt auch mit uns ein Interview durch, das in den folgenden Tagen in ganz Bangladesh ausgestrahlt wird:
Interview mit Fernsehen ATN, Kanal 1 und NTV
(wurde in Bangladesh ausgestrahlt)
Wie seid ihr dazu gekommen, das Filterprogramm zu unterstützen?
„Wir sind Freunde von Prof. Barkat. Er erzählte uns von der Bedrohung durch Arsenvergiftung in Bangladesh. Er führte uns nach Kushtia und wir sahen hautnah die Leiden der an Arsenvergiftung erkrankten Menschen. Die Patienten waren verzweifelt. Dr. Munir erklärte uns dann die Möglichkeit, über einen Sono-Wasserfilter, den er mit seinem Bruder entwickelt hatte, das Wasser zu reinigen. Wir beschlossen, dieses Sono-Filter-Programm finanziell zu unterstützen. Bis jetzt konnte die Lichtbrücke mit Unterstützung des BMZ rund 30.000 Filter für ärmste Familien stiften.“
Was für ein Gefühl habt ihr jetzt?
„Wir sind stolz auf unsere Partner, die diesen Filter entwickelt haben. Wir freuen uns, dass wir helfen konnten. Aber wir freuen uns auch, dass der Preis für eine Technologie gegeben wurde, die vor allem den Armen zugute kommt. Denn sie können kein arsenfreies Trinkwasser kaufen. Und sie sind von den Folgen der Arsenvergiftung am härtesten betroffen.“
Was sind Eure Pläne für die Zukunft
„Zwischen Arsenvergiftung und Armut besteht ein direkter Zusammenhang. Die Armen haben nicht die Mittel, reines Trinkwasser zu kaufen. Mangelernährung macht sie wesentlich anfälliger für Infektionen. Und im Fall der Vergiftung haben sie nicht das Geld für eine medizinische Behandlung. Darum ist es wichtig, die Armut zu bekämpfen. Die Lichtbrücke wird sich auch weiterhin besonders für die berufliche Ausbildung und Kleinkredite einsetzen. Denn Kleinkredite verbunden mit beruflicher Ausbildung sind eine wirksame Methode, extreme Armut zu überwinden. Aber auch die Unterstützung des Filterprogramms für ärmste Familien geht weiter, denn wer todkrank ist, dem nützt auch kein Kredit mehr.“
Über 300.000 Menschen vor Arsentod bewahrt

Aus einem zerbrechlichen Filter wurde ein solider Lebensretter
Der Sono-Filter wurde gemeinsam von Prof. Abul Hussam als leitendem Forscher und seinem Bruder Dr. A. K. M. Munir entwickelt. Die intensive Forschung und Entwicklungsarbeit dauerte 7 Jahre. Die Lichtbrücke finanziert seit 2002 den Wasserfilter durch Projekte gegen Arsenvergiftung und trägt so wesentlich zur praktischen Anwendung der Forschungsergebnisse in den Dörfern bei. So konnte die Lichtbrücke mit Unterstützung des BMZ bisher 30.000 Filter an ärmste Familien und Schulen vergeben und *über 300.000 Menschen vor dem Tod* durch Arsenvergiftung retten. Die Technologie für Sono-Filter soll auch für andere Länder zur Verfügung stehen. Weltweit sind 500 Millionen Menschen von Arsenvergiftung bedroht. Ergebnis: Auch kleine Gruppen können viel bewegen, das zeigt der globale Preis für den Wasserfilter gegen Arsenverseuchung. Er rettet Leben, nicht nur in Bangladesh, auch weltweit.
Der Grainger Preis
- ausgeschrieben Jan. 2005 von der Nationalen Akademie für Ingenieurwissenschaften (NAE) in den USA
- Prämie 1 Million $
- Gesucht: ein neues Verfahren mit praktikabler Technologie, um die langsame Vergiftung durch arsenhaltiges Trinkwasser von Menschen in der ganzen Welt zu verhindern
Die Preisträger
- aus über 100 Technologien ausgewählt
- offizielle Preisverleihung am 20.02.07 im NAE-Gebäude in Washington
- verliehen an:
Dr. Abul Hussam u.
Dr. Munir aus Bangladesh - Das Preisgeld wird für die Beschaffung von Filtern, für den Ausbau der Produktion und Forschung eingesetzt
- Die Lichtbrücke unterstützte den Einsatz des Filters von Anfang an
- 30.000 Filter wurden bislang an die Ärmsten verteilt
- Mehr über den Preis u. die Gewinner bei der NATIONAL ACADAMY OF ENGENEERING
(in engl. Sprache)
Filtertechnik

Übereinander gestellte mit Eisenspänen, Kohle und Sand gefüllte Behälter filtern je nach Größe 10 l Wasser u. mehr pro Std. Das Arsen verbindet sich unlösbar mit dem Filtereinsatz. Die Filter werden in Haushalten und Schulen aufgestellt.
Massenvergiftung
Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) spricht von der schwersten Massenvergiftung der Menschheit. 51 Mio. Bengalen verwenden täglich arsenverseuchtes Wasser.
Helfen Sie
Schenken Sie
einen Sono-Filter- für eine Familie 30,- €
- für eine Schule 43,- €