Mit Kleinkrediten aus der Armut
Friedensnobelpreis für “Bank der Armen”

Das Telefon der Lichtbrücke steht nicht still. Von allen Seiten kommen Glückwünsche zur Entscheidung des Nobelkomitees in Oslo, Prof. Mohammed Yunus, dem Gründer der Grameen-Bank in Bangladesh, den Friedensnobelpreis zu geben. Unsere bengalischen Partner haben ihm schon gratuliert. Schon vor Jahren besuchten Vertreter der Lichtbrücke Prof. Yunus und ließen sich von seiner Idee inspirieren, *ärmsten Familien* mit Kleinkrediten die *Überwindung extremer Armut* zu ermöglichen. Hunderttausenden ärmsten Familien konnte die Lichtbrücke so helfen.
Marjina Khatoon hat es geschafft
Ein Beispiel: Wir trafen Marjina Khatoon in Satkhira: Sie wurde 1969 in einem kleinen Dorf im Süden von Bangladesh geboren. Sie war das älteste Kind von sechs Geschwistern. Ihr Vater war arm, die einzige Einnahmequelle war ein kleines Gemüselädchen im Dorf. Schon mit 13 Jahren wurde Marjina verheiratet. Auch ihr Mann Altaf hatte nur ein geringes Einkommen. Marjina begann *„Katna“* zu nähen, eine Art lokaler Decken. Gleichzeitig startete sie einen kleinen Handel mit Reis. Auf diese Weise kamen sie einigermaßen zu recht. In dieser Zeit gebar sie zwei Söhne. Unglücklicherweise starb ihr Mann kurz nach der Geburt des zweiten Sohnes.
Kampf ums Überleben

In dieser schwierigen Situation gab Marjina den Mut nicht auf. Sie dachte nach, wie sie das *Überleben der Familie* mit den beiden Söhnen sichern konnte. Sie wurde Mitglied in einer Selbsthilfegruppe von Shishu Sasthya Foundation („Rettet die Kinder“), einer bengalischen Partnerorganisation der Lichtbrücke und erhielt einen Kleinkredit in Höhe von 7.000 Taka (85 Taka = 1€). Mit dem Geld startete sie einen Handel mit Saries, die sie von Tür zu Tür verkaufte. Nach den ersten Erfolgen nahm sie einen höheren Kredit auf und vergrößerte den Handel. Mit dem Erlös aus dem Sari-Verkauf startete sie dann eine Hühnerzucht. Schritt für Schritt dehnte sie die Aktivitäten aus. Sie betreibt heute einen Handel mit Saries, Eiern aus der Hühnerfarm, Reis und Gemüse. Mit Hilfe von Kleinkrediten steht sie nun auf eigenen Füßen.
Lichtbrücke fördert Kleinkredtiprogramme

Ähnlich wie Marjina geht es Millionen von ärmsten Frauen in Bangladesh. Eine wachsende Zahl von Armen hofft auf Kleinkredite. Meist sind es Frauen, denen Mikrofinanzierer mit Kleinkrediten eine Existenzgründung ermöglichen. „Frauen sind die besten Kreditnehmer“, sagt uns der Projektleiter von Satkhira. „Sie haben eine deutlich höhere Rückzahlungsquote und sind viel engagierter, eine Chance wahrzunehmen. Bei Schwierigkeiten geben sie nicht so schnell auf.“ Mikrofinanzierung hat die Regeln der traditionellen Banken ins Gegenteil verkehrt. Banken geben Darlehen an Wohlhabende, die Pioniere der Mikrofinanzierung verleihen Starthilfen an die Armen. Banken geben Großkredite, sie bieten Kleinkredite an. Banken warten auf ihre Kunden, diese Pioniere gehen zu den Armen in die Dörfer.
Kleinkredite gegen Hunger und Armut
Für UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich die Mikrofinanzierung in vielen Ländern als entscheidende Waffe gegen Hunger und Armut erwiesen. Kleinkredite können den ganzen Unterschied ausmachen. Ärmste Menschen können ihre Talente einsetzen, produktiv werden und Einkommen schaffen. So können sie in besseres Essen, Wohnung, Gesundheit und Bildung für die Kinder investieren. Aber Mikrofinanzierung ist keine Wohlfahrt, sondern die gleiche Möglichkeit für arme Familien, die wir auch haben.
Unterstützen Sie das Kleinkreditprogramm
Kleinkredite für
1 Hühnerzucht 35,00 €
1 Gartenbau 50,00 €
1 Kuh 80,00 €
1 Werkzeugkasten 80,00 €
1 Kleinhandel 100,00 €
1 Nähmaschine 125,00 €
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