Reisebericht aus Khagrachari
11. Februar 2009, 5.00 Uhr bengalische Zeit
Liebes Lichtbrückenteam, liebe Freunde,
zunächst herzliche Grüße aus Khagrachari von uns allen, besondere Grüße von Herrn Miah.
Nach einem intensiven Workshop zum Thema: „Training für die Umwandlung menschlicher Entrechtung in menschenwürdige Entwicklung“ in Dhaka, fuhren wir gestern in die Bergregion. Es ist immer ein tolles Erlebnis, und ich wünsche, Ihr wärt dabei. Zunächst quält sich das Auto durch den Morgenverkehr in Dhaka. Das kann man sich bei uns nicht vorstellen. Das ist Präzisionsarbeit, die nicht immer gelingt. So haben fast alle Busse und Lastwagen die Spuren des täglichen Straßenkampfes an ihren Blechkörpern. Wenn es denn so milde endet. Sandra Albers stellte betroffenfest: „Heute schon der dritte Bus im Straßengraben!“ Und das war nach einer Stunde.
Über Komilla geht es dann nach Feri. Dort ist das Chaos perfekt. Wir halten an und machen ein paar Bilder. Es sind etwa 12.30 Uhr. Und dann wird es romantisch und spannend. Das Auto schnauft, der Fahrer aus Dhaka muss sich auf die „Achterbahn Steigungen und Senkungen, Kurven und Engpässe umstellen.“ Der Motor stottert und wir schauen in Steilhänge mit Teakholz, Kautschuk, Bananenhainen. Busse und Lastwagen hoch beladen kommen um die Ecke und hier lernt man „teilen oder abstürzen“. Vielleicht sollten das alle in unserem globalen Dorf lernen. „Wer nicht teilt, siegt oder fällt. Bis der Stärkere kommt, und er selbst auf der Verliererseite ist.“
Wir kommen auf die erste Höhe mit Teeplantage. Ärmste Frauen, oft mit Baby, sammeln „Altholz“, das sie bündeln. Verdienst: 30 Taka am Tag. Das sieht man diesen Ärmsten an.
Weiter geht die Fahrt, zunächst abwärts. In den Talebenen zwischen den Hügeln sind Siedlungen, Marktflecken, Reisfelder, wirtschaftlich ist hier Bewegung. Es wird gebaut. Mehr junge Leute gehen zur Schule.
Gegen 15.00 Uhr kommen wir in Khagrachari an. Herr Morgner hat noch kaum das Auto verlassen und eilt schon durch die Räume. Alles hell und gepflegt. Wir schlafen hier: Ein schönes Zimmer und Betten zum Träumen. Es gibt ein Mittagessen. Dann geht es noch mal in die Berge: „Zu einem buddhistischen Tempel“, verstehen wir, aber tatsächlich zu einem 500m langen Bergtunnel mit tollem Blick auf die Stadt. Sogar das ANANDO-Zentrum sieht man. Ich weiß nicht, wie viele Stufen abwärts und wieder aufwärts. Nach langer Fahrt eine Kreislaufübung. Es reicht! Den vollen Erfolg lassen wir der Jugend (307 Stufen, sagt Friedel).
Um 18.20 bis 20.20 Uhr wurden Arbeitsergebnisse 2008 vorgestellt mit CD, Ziele, Umsetzung, Probleme, Empfehlungen. Die Mitarbeiter sind dabei. Die Arbeit läuft gut, zumindest sind das klare Präsentationen. HerrMiah führt mit System.

Soviel für heute, herzliche Grüße
Mathilde von Lüninck Knipp und Friedel Knipp
Rundbrief
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Mit Kerzen den Armen Licht spenden
Ehrenamtliche Helfer der Lichtbrücke e.V. stellen Kerzen aus Altwachs her und setzten sich so für die Armen in Bangladesh ein.
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